07.02.2018

Configuration Management Database (CMDB) - so klappt die Einführung

Von Bodo Piening

Der Prozess Service Asset und Configuration Management (SACM) bildet laut ITIL® V3 die Grundlage für qualitativ hochwertige Kundenservices, stabile Systeme und Anwendungen sowie eine kontrollierte IT-Infrastruktur. Kernstück hierbei ist die Configuration Management Database, eine physikalische Datenbank, in der ein logisches Datenmodell der IT-Infrastruktur abgebildet wird.

Beispiele für den Einsatz
SACM und die CMDB stellen den wichtigsten Informationslieferanten für andere Prozesse dar. So dienen die Informationen im Change Management dazu, Auswirkungen der Änderungen auf andere Komponenten der IT-Infrastruktur analysieren und abschätzen zu können oder im Incident Management, die betroffene/n Komponente/n zu identifizieren und damit die Störung schneller beheben zu können - um nur zwei Beispiele zu nennen.

Trotz dieses unbestreitbaren Nutzens besitzen viele Unternehmen keine funktionsfähige CMDB und das obwohl in dieses Thema viel Energie und Geld investiert wurde.

Eine ideale und für alle Unternehmen gültige Vorgehensweise bei der CMDB-Einführung gibt es sicherlich nicht, da das Vorgehen im Detail maßgeblich von den spezifischen Unternehmensanforderungen abhängt. Aus den Erfahrungen vieler Kundenprojekte lässt sich jedoch eine allgemeine Vorgehensweise ableiten, die die Chancen einer erfolgreichen Einführung maßgeblich erhöht.

Zieldefinition mit dem Management für die CMDB und den SACM-Prozess

  • Identifizieren Sie die Treiber für die Einführung einer CMDB. Was sind die Schwachstellen und Schwierigkeiten aus heutiger Sicht, weshalb Sie ein CMDB benötigen?
  • Leiten Sie daraus messbare Ziele ab. Welchen Nutzen erwarten Sie? Was soll verbessert werden? Wer soll/wird die CMDB wofür nutzen? Was sind die messbaren Kriterien für den Erfolg?

Inhalt und Detaillierungsgrad definieren

  • Richten Sie den Inhalt und den Detaillierungsgrad an den Informationen aus, die Sie wirklich benötigen - weniger ist mehr.
  • Jeder IT-Bereich hat andere - und teilweise auch konkurrierende - Anforderungen an die CMDB, die unmöglich alle erfüllt werden können. Richten Sie die Inhalte daher an den Informationen aus, die für die Unterstützung der Business Services relevant sind.
  • Beginnen Sie mit einigen wenigen der wichtigsten Services - vom Kleinen zum Großen.
  • Beachten Sie, dass die Daten gepflegt und aktuell gehalten werden müssen und dass hierfür manuelle Aufwände benötigt werden - niemals werden sich alle Aktualisierungsprozesse vollständig automatisieren lassen (entgegen der Aussage vieler Softwarehersteller).

Rollen und Verantwortlichkeiten definieren

  • Definieren Sie einen Prozess-Owner für das Configuration Management. Nur mit einer eindeutigen Zuweisung von Verantwortung stellen Sie den Erfolg sicher.
  • Mit der Einführung einer CMDB muss zwingend ebenso das Change Management etabliert werden und zwar vor der Produktivsetzung der CMDB.

Datenquellen und Pflege definieren

  • Bestimmen Sie die führenden Systeme, aus denen Daten importiert werden sollen - legen Sie hierbei auch fest, welche Attribute übernommen werden.
  • Automatisieren Sie den Datenimport und -abgleich und reduzieren Sie die Schnittstellen soweit wie möglich.
  • Beachten Sie bei dem Einsatz von Inventory Discovery Lösungen, dass nicht alle der durch Scans der IT-Infrastruktur automatisiert ermittelten Informationen auch in die CMDB gehören. Ebenso verbietet es sich, diese Daten unkontrolliert in die CMDB zu übernehmen. Die Daten eines Inventory Discovery Tools stellen immer den Ist-Bestand dar, während die Daten der CMDB den Soll-Zustand abbilden. Unterschiede zwischen Soll und Ist sollten automatisch aufgezeigt aber kontrolliert in die CMDB übernommen werden.

Kommunikation & Schulung

  • Kommunizieren Sie die Ziele, Inhalte und Fortschritte der CMDB-Einführung, bspw. über Intranet-Seiten, Newsletter oder in Informationsveranstaltungen.
  • Schulen Sie die Prozess-Mitarbeiter und CMDB-Nutzer sowohl in der Nutzung des Tools als auch in der Anwendung der Prozesse.

Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik, kontaktieren Sie uns. Wir befähigen und unterstützen Sie bei der effizienten und wirtschaftlichen Umsetzung Ihrer Anforderungen.

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