03.05.2018

Die Macht der Rolle

Von Michael Thissen

Stefan Merath hat in seinem empfehlenswerten Buch »Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer« verschiedene Rollenmodelle skizziert, um einzelne Tätigkeiten besser zu verteilen und um zu helfen, Prioritäten besser zu setzen. Er präsentiert in seinem Werk einen typischen Unternehmer, der allerdings unter der Last seiner Arbeit schier zusammenbricht und aufgrund fehlender Werkzeuge und Handlungsanweisungen auch keine echten Prioritäten setzen kann. Der Protagonist sieht sich letztlich als Chef und kümmert sich somit auch selbst um alles. Dass das auf Dauer nicht funktionieren kann, muss an dieser Stelle nicht näher erläutert werden.

In diesem Buch betrachtet der Autor die unterschiedlichen Aufgaben näher. Es zeigt sich, dass es für verschiedene Aufgaben einzelne Rollen und entsprechende Verantwortlichkeiten gibt. Auch wir haben in unseren Beratungsprojekten immer wieder mit unterschiedlichsten Rollen zu tun:

Rollen ohne ihre Rollenbeschreibung
So gibt es zum Beispiel Auftraggeber, Auftragnehmer, Mitglied des Lenkungsausschusses, Projektleiter, Projektmanager, Teilprojektleiter, Projektmitarbeiter (intern oder extern), Unterauftragnehmer, Anwender, Qualitätsmanager, Risikomanager, Ressourcenverantwortlicher, Controller, etc. Das ist nur ein kleiner Auszug!

Aber was wir fast nie antreffen, sind die dazugehörigen Rollenbeschreibungen. Und erst recht keine konkrete Auflistung der Aufgaben (A), Kompetenzen (K) und Verantwortlichkeiten (V).

Gerade die AKVs einer Rolle sind gravierend entscheidend für ein funktionierendes Rollenverständnis in einer Organisation – egal ob diese ein Kleinunternehmen oder ein DAX-Konzern ist.

Das richtige Maß an Rollenbeschreibungen
Jede Rolle sollte eine ausführliche Erläuterung und Beschreibung der AKVs haben. Anbei habe ich Ihnen ein paar Ansätze zusammengestellt, wie Sie Ihre Rollenbeschreibungen ergänzen können:

Aufgaben an die Rolle – muss ja sein:

  • Welche konkreten Aufgaben werden von der Rolle übernommen?
  • Welche Aufgabenziele werden verfolgt?
  • Welche Prioritäten werden bei der Aufgabenverteilung betrachtet?
  • Welche Gewichtungen sind in den einzelnen Aufgaben beachtet worden?

Gern vergessen: Kompetenzen
In Rollenbeschreibungen werden diese unwahrscheinlich gerne vergessen:

  • Welche Kompetenz wird der jeweiligen Rolle zugeordnet?
  • Kann die Rolle finanzielle Entscheidungen treffen? Wenn ja, in welchem Rahmen?
  • Ist die Rolle weisungsbefugt? Wenn ja, in welchem Grad?
  • Welche Kompetenzen werden zur zielorientierten Ausübung der Rolle benötigt?

Verantwortung – einer muss es ja sein

  • Wofür genau ist die Rolle verantwortlich?
  • Wie kann die Verantwortung gemessen werden?
  • Was passiert, wenn der Verantwortung nicht nachgekommen wird?
  • Sind Boni-Abhängigkeiten vorhanden?

Mit einer detaillierten Rollenbeschreibung werden Sie sehen: Verantwortlichkeiten sind klar definiert und zugeordnet. Unklarheiten und der Gefahr einer Überforderung wird damit entgegengewirkt.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung – und der Arbeitsentlastung!

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